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Artículo: Hautbarriere stärken und erhalten

Hautbarriere stärken und erhalten

Hautbarriere stärken und erhalten

Funktion der Hautbarriere

Die Wichtigkeit einer gesunden Hautbarriere wird immer wieder betont. Höchste Zeit also, dass wir uns einmal ausführlich damit befassen, was die Hautbarriere eigentlich ist und wie man sie intakt hält.

Die Hautbarriere ist eine Schutzschicht, die – sehr einfach gesagt – Schadstoffe außerhalb der Haut und Wasser in ihr hält. So schützt sie die Haut zum einen vor dem Eindringen von Bakterien, Keimen und anderen Reizfaktoren und bewahrt zum anderen die Feuchtigkeit in der Haut. Im Grunde trägt sie also gleich auf zwei Weisen zur Gesundheit der Haut bei, denn die Versorgung mit Feuchtigkeit ist genauso wesentlich dafür wie das Abwehren von Fremdkörpern. Eine gut hydrierte Haut ist nicht nur elastischer und altert langsamer, sie ist auch wesentlich widerstandsfähiger. So erklärt sich auch, dass eine schwache Hautbarriere die Ursache vieler Hautprobleme ist, da hierbei das Zusammenspiel mehrerer entscheidender Faktoren aus der Balance geraten ist.

Aufbau und Zusammensetzung der Hautbarriere

Um die Hautbarriere und ihren Aufbau zu verstehen, müssen wir einen sehr detaillierten Blick auf die oberste Hautschicht, die Epidermis, werfen. Deren oberste Schicht bildet die Hornschicht. Dort lagern sich die abgestorbenen Hautzellen (Korneozyten) ab. Von der Hornschicht aus gesehen wiederum die oberste Schicht ist dann die Hautbarriere. Dort lagern sich zwischen den Korneozyten hauteigene Lipide an; quasi wie Kitt zwischen Bausteinen. Darauf liegt dann noch einmal eine feine Schicht von Hauttalg (Sebum) auf. Die Zusammensetzung der Sebum-Lipide unterscheidet sich leicht von den darunter befindlichen epidermalen Lipiden.

Die drei epidermalen Lipide Ceramide, Fettsäuren und Cholesterol sind uns ja schon aus unserem letzten Artikel bekannt. Sie dichten die Haut ab und halten die Wasserreserven in ihr. Schauen wir uns nun also die Sebum-Lipide genauer an. Die Sebum-Lipide sind leicht sauer (Stichwort Säureschutzmantel). Sie sind verantwortlich für den Schutz der Haut nach außen. Viren, Bakterien und andere mikroskopische Fremdkörper werden von ihnen abgewehrt. Der Hauttalg synergiert übrigens perfekt mit den darunter liegenden epidermalen Lipiden und dem restlichen Aufbau der Haut, denn er sorgt für eine vermehrte Bildung von Glycerin in der Haut. Glycerin ist ein hervorragendes natürliches Feuchthaltemittel. Konkret setzen sich die Sebum-Lipide u.a. auch wieder aus Cholesterol und Fettsäuren zusammen. Dafür sind keine Ceramide enthalten, sondern stattdessen Triglyceride, Wachsester und Squalen. Fettsäuren sind in verschiedenen natürlichen Ölen enthalten, weswegen sich diese Öle ideal zur Hautpflege eignen. Einige dieser Öle haben wir schon im letzten Artikel zu Lipiden kurz beschrieben. Auch Squalen und Cholesterol sind daher schon bekannt. Triglyceride setzen sich aus Glycerin und einer Fettsäure zusammen. Wachsester indes sind eine Kombination aus Fettsäure und Fettalkohol. Sie sind z.B. in Jojobaöl und Sheabutter enthalten – ebenfalls zwei Wirkstoffe, von denen wir im vorigen Artikel geschwärmt haben. Falls Du unseren Post zu Hautlipiden noch nicht kennst und jetzt neugierig geworden bist, folge einfach diesem Link.

Im Detail unterscheidet sich die genaue Zusammensetzung der Lipide im Sebum übrigens stark von Mensch zu Mensch. Sie ist quasi so individuell wie ein Fingerabdruck oder eine Persönlichkeit. Ganz anders sind da die epidermalen Lipide, deren prozentuale Zusammensetzung sehr eng festgelegt ist und auch nicht von diesen Prozentsätzen abweichen sollte, da dies sonst die Haut aus dem Gleichgewicht bringt. So unterschiedlich können die feinen Schichten unserer Haut also sein.

Hautreaktionen bei geschwächter Barrierefunktion

Eine geschädigte Hautbarriere kann die Feuchtigkeit nicht in der Haut halten. Solange der Haut nicht in ausreichendem Maß sowohl Feuchtigkeit als auch versiegelnde Lipide zugeführt werden, diffundiert stetig zu viel Wasser aus der Haut nach außen. Dies führt zunächst zu einer Dehydrierung der Haut. Dies ist aber nur der erste sichtbare Schritt, welcher zu einer Kettenreaktion anderer Anzeichen führen kann. Infolge der Trockenheit wird die Haut schuppiger. Die Haut reißt leichter ein und unter Umständen können die Wundheilungsprozesse zur Reparatur dieser Risse länger als gewöhnlich dauern. Dadurch dass Schadstoffe von außen weniger gut abgewehrt werden können, reagiert die Haut empfindlich und entwickelt teils mehr Unreinheiten und Entzündungen. Zudem können Brennen und Juckreiz auftreten. Je nach Veranlagung reagiert die Haut eventuell auch mit Rötungen auf diese Symptome, wodurch der Teint fleckig erscheinen kann. Menschen, die weniger zu Rötungen neigen, bekommen stattdessen oft einen fahlen Teint, der sie blass und kränklich aussehen lässt. Der Mangel an Feuchtigkeit in der Haut lässt diese zudem leichter knittern. Eine beschädigte Barriere führt also auch zu mehr Anzeichen der Hautalterung. Im Gegensatz zu all dem erkennt man eine intakte Hautbarriere an einem geschmeidigen Hautgefühl und einem frischen Teint.

Schritte zur Reparatur der Hautbarriere

Nachdem uns die Symptomatik nun bekannt ist, stellt sich natürlich die Frage, wie man seine Hautbarriere wiederherstellen kann. Dazu sind zwei Hauptkomponenten der Haut der Schlüssel: Feuchtigkeit und Lipide. Nur mit einer Balance aus beidem stellt sich auch die Balance der Hautbarriere wieder her. Zunächst einmal muss die verlorene Feuchtigkeit nachgeliefert werden. Dazu sind sogenannte NMFs (Natural Moisturizing Factors) prädestiniert, über welche wir schon in unserem Artikel zu Feuchtigkeitspflege berichtet haben. Hyaluron eignet sich besonders gut, da bei einem Serum mit Hyaluronsäuren in verschiedenen Kettenlängen der Wirkstoff sowohl in der Haut als auch auf deren Oberfläche wirken kann. Im zweiten wichtigen Schritt sollten dann Lipide verwendet werden, welche sich zwischen den Korneozyten anlagern und die Hautbarriere verschließen können, sodass die Feuchtigkeit in der Haut erhalten bleibt. Dafür eignen sich körpereigene Lipide am besten. Ein besonders prominentes Beispiel für ein solches Lipid sind Ceramide, welche in ganzen neun Variationen in der Haut vorkommen. Wie wir in unserem Artikel über die hauteigenen Lipide berichtet haben, ist es allerdings wichtig, eine Balance zwischen Ceramiden, Cholesterol und Fettsäuren einzuhalten. Im Normalfall sind Tages- und Nachtcremes aber ohnehin schon so konzipiert, dass sie einen gesunden Mix aus diesen drei Lipiden enthalten.

Von diesen zwei essentiellen Schritten abgesehen, raten wir zur Gesichtsreinigung mit einem milden Cleanser. Ein aggressiver Gesichtsreiniger würde die Haut zusätzlich unnötig reizen und die Symptome im schlimmsten Fall noch verstärken. Wie immer helfen neben Hautpflegeprodukten auch Tipps für den Alltag. Eine ausgewogene Ernährung tut der Haut immer gut. Im Gegensatz dazu sind Stress und Schadstoffe für die Haut immer schlecht und sollten gemieden werden, sofern dies möglich ist. Stress aus dem Weg zu gehen, ist leider viel leichter gesagt als getan. Ein ausgeglichener Wasserhaushalt abseits der Hautpflege ist ebenfalls wichtig. Wir hydrieren unsere Haut nämlich nicht nur durch Skincare, sondern auch innerlich über unsere tägliche Aufnahme von Trinkwasser. Genug trinken ist also nicht nur gesund, es führt auch zu strahlender Haut. Das ist doch gleich ein Grund mehr, öfter nach dem Wasserglas zu greifen. Ebenso ist es sinnvoll, nicht nur über Skincare, sondern auch über die Ernährung viele Vitamine zu sich zu nehmen, um generell das Immunsystem und damit auch die Hautbarriere zu stärken.

Zur Reparatur einer beschädigten Hautbarriere braucht es zu guter Letzt noch Geduld, denn dies passiert leider nicht von jetzt auf gleich. Es kann durchaus einige Wochen dauern, bis sich wieder ein Gleichgewicht eingestellt hat.

Die Barriere intakt halten

Nachdem die Hautbarriere repariert ist, wollen wir sie natürlich in diesem Zustand halten. Lipide spielen dafür weiterhin eine Schlüsselrolle. Die hauteigenen Lipide gehen der Haut zu einem bestimmten Prozentsatz immer durch äußere Einflüsse verloren, daher ist es wichtig, diese regelmäßig über passende Cremes nachzuliefern, um die Hautbarrierefunktion aufrechtzuerhalten. Davon abgesehen gibt es ein paar sehr einfache Tipps, was man tun kann und was man meiden sollte, um die Hautbarriere funktional zu halten.

Do:

Sanfte Cleanser mit milden Tensiden zur Reinigung nehmen. Das schont die Hautbarriere.

Bei der Gesichtsreinigung lauwarmes Wasser verwenden.

Zum Peelen chemische Peelings bevorzugen. Diese sind besonders sanft zur Haut.

Regelmäßig einen Sonnenschutz benutzen. Je höher der UV-Index, desto wichtiger ist der Schutz vor der Strahlung.

Schützende und regenerierende Cremes auftragen. Besonders bei extremen Temperaturen – egal ob kalt oder heiß – ist das entscheidend.

pH-hautneutrale Pflegeprodukte verwenden, da diese das natürliche Gleichgewicht der Haut am besten unterstützen.

Eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil helfen dem generellen Wohlbefinden ebenso wie der Hautbarriere.


Don’t:

Zum Reinigen keine aggressiven Produkte oder gar Seife verwenden. Diese tragen die Hautbarriere erst recht ab. Seife ist zudem oft nicht auf den für die Gesichtshaut notwendigen ph-Wert abgestimmt.

Extrem heißes oder extrem kaltes Wasser bringt die Haut aus dem Gleichgewicht. Bei der Gesichtsreinigung sollten daher keine Extremtemperaturen am Wasserhahn eingestellt werden.

Unter den Peelings sind Scrubs schädlicher für die Hautbarriere, als chemische Peelings es sind.

Peelings nur mäßig oft pro Woche anwenden – je nachdem was die eigene Haut gut verträgt. Zu häufiges Peelen stört die Balance der Haut und schwächt die Barrierefunktion.

Auch die Verwendung von zu vielen aktiven Wirkstoffen parallel kann der Haut schaden. Daher lieber auf die essentiellsten Wirkstoffe fokussieren.

Reizende Stoffe in Hautpflegeprodukten sollten gemieden werden. Darunter zählen z.B. künstliche Duftstoffe und bestimmte Alkohole. Welche Inhaltsstoffe man meiden sollte und welche unbedenklich sind, kannst Du in diesem Artikel nachlesen.

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